Unter dem Begriff „Schulentwicklung“ versteht man einen Prozess, mit dem sich eine Schule systematisch und zielgerichtet in verschiedenen Bereichen weiterentwickeln möchte. Dabei soll die Qualität der Schule in ihrer Gesamtheit gesteigert werden, was wiederum von verschiedenen Teilbereichen abhängt. Zwei Bereiche haben sich dabei als besonders bedeutsam für uns als Erasmus-Grasser-Gymnasium erwiesen, auf die wir folglich als Schulgemeinschaft unseren Fokus legen.
Zum einen stellt dies die Stärkung des Bewusstseins für eine gesunde, aktive und nachhaltige Lebensführung dar, zum anderen die Förderung des Bewusstseins für die Vielfalt an unserer Schule. Nachfolgend sollen beide Säulen der Schulentwicklung am EGG vorgestellt werden.

Schulentwicklungsgruppe für die Stärkung des Bewusstseins für eine gesunde, aktive und nachhaltige Lebensführung
Der Schulgemeinschaft des EGGs ist die Stärkung des Bewusstseins für eine gesunde, aktive und nachhaltige Lebensführung ein wichtiges Anliegen. Deshalb wurden in einem mehrschrittigen Findungsprozess gemeinsame Ziele formuliert, die konsequent umgesetzt und anschließend laufend überprüft werden sollen, damit die getroffenen Maßnahmen für die angestoßenen Schritte fortwährend adäquat angepasst werden können.
Für mehr Sauberkeit und weniger Müll
In diesem Zusammenhang konnten bereits zahlreiche konkrete Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, unter anderem hinsichtlich der Mülltrennung und der Sauberkeit im Klassenzimmer bzw. auf dem Schulgelände. Mithilfe der beantragten Förderprämien von Fifty/Fifty (Energiesparen an Schulen) wurden beispielsweise dreiteilige Mülltrennsysteme für die Mensa und den E-Bau angeschafft und aufgestellt. Die Schülerinnen und Schüler der AG Klima und Umwelt haben zudem äußerst ansprechende Aufkleber für eine rasche und einfache Unterscheidung der Mülleimer im Klassenzimmer gestaltet. Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft werden in regelmäßigen Abständen an die Gepflogenheiten und die Bedeutung hinsichtlich der Mülltrennung und der Sauberkeit im Klassenzimmer und auf dem Schulgelände am EGG erinnert, um das Bewusstsein zu stärken und alle entsprechend zu sensibilisieren. Alle Jahrgangsstufen engagieren sich außerdem beim wöchentlichen Aufräumdienst, um unser großzügiges Schulgelände weiterhin als einladenden Ort zu erhalten.
Radeln fürs Klima

Die Schülerinnen und Schüler des EGGs nutzen zu jeder Jahreszeit vorbildlich die Fahrräder und wir sehen großes Potential, um gemeinsam einen Beitrag beim jährlichen Stadtradeln (Radeln für ein gutes Klima) leisten zu können. Neben der Förderung unserer Gesundheit und der nachhaltigen Mobilität ist dem EGG auch an der Verbesserung der Münchner Radinfrastruktur gelegen, um die Wege der Schülerinnen und Schüler künftig sicherer zu machen und das Bewusstsein für mögliche Gefahrensituationen zu schärfen. Deshalb können alle Mitglieder der Schulgemeinschaft die Gefahrenstellen rasch in einem angelegten mebis-Kurs eintragen, damit diese Informationen später der Stadt München übermittelt werden können.
Um alle Schülerinnen und Schüler noch mehr anzuspornen, den Drahtesel intensiv zu nutzen, stellt der Elternbeirat dankenswerterweise tolle Preise bereit. Es findet in der Regel in Kooperation mit dem Wahlunterricht Mountainbike und dem Elternbeirat im Vorfeld ein kostenloser Workshop für die Reparatur von Fahrrädern statt, damit die Schülerinnen und Schülern entsprechende Fertigkeiten erwerben und im Sinne der Nachhaltigkeit die Lebensdauer ihrer Fahrräder verlängern zu können.
Mehr Bewegung im Unterrichtsalltag
Langfristig wäre es wünschenswert, mehr Bewegung in den Unterrichtsalltag zu etablieren. Deshalb wurden in einem ersten Schritt interessierten Lehrerinnen und Lehrern kognitive Herausforderungen und aktivierende Bewegungsaufgaben für die Schülerschaft im Sinne von Lifekinetik an die Hand gegeben. Der Pausenhof wurde zudem von Schülerinnen und Schülern mit auffordernden Four Square-Feldern aufgewertet und ein Konzept für eine „bewegte Pause“ ist angedacht.

Aktiver Wandertag in der Natur
Der zweite Wandertag findet stets unter dem Motto #draußen statt und ist demnach an entsprechende Vorgaben geknüpft. Dafür wird allen Lehrerinnen und Lehrern eine gemeinsam entwickelte Ideensammlung an möglichen Zielen und lohnenswerten Aktivitäten zur Verfügung gestellt.
Mehrweg statt „Mehr“ weg

Der nachhaltige Mensabetrieb liegt allen am Herzen und dank der gelungenen Zusammenarbeit aller Beteiligten (z. B. Schulleitung, Elternbeirat, AG Klima und Umwelt, SMV etc.) sind auch unter diesem Gesichtspunkt große Fortschritte erkennbar. So wurde beispielsweise Mehrweggeschirr (Literaturcafe) eingeführt und ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Die SMV weist mit eigens konzipierten Videos ansprechend und gleichzeitig zielführend auf den richtigen Umgang hin.Ein Trinkwasserbrunnen konnte im Altbau erfolgreich installiert werden, welcher rege von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft genutzt wird.
Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit
Im Rahmen der Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit findet für alle 6. Jahrgangsstufen der Spendenlauf statt. Den „erlaufenen“ Betrag spendet die Schule an verschiedene Organisationen, die sich im Sinne der Nachhaltigkeit einsetzen.


wir sind grasser – Schulentwicklungsgruppe „Vielfalt gemeinsam leben“
Stärkung des Bewusstseins für die Vielfalt an unserer Schule
Der Schulgemeinschaft des EGGs ist es wichtig, die vorhandene Vielfalt, die sich aufgrund der Größe der Schule und all ihrer Mitglieder (Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft sowie dem weiteren Personal) automatisch ergibt, als Chance zu nutzen. Die Absicht ist es, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass diese Gemeinschaft als bereichernd erlebt wird und tolerant mit etwaig entstehenden Reibungen umgegangen wird.

Das Zertifikat „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“, führt zu einem Anspruch, der gelebt werden will.
Diesen Anspruch in die Tat umzusetzen, stellt einen Prozess dar, der noch in seinen Kinderschuhen steckt, wenngleich bereits etliche Ideen dazu umgesetzt wurden, umgesetzt werden und weiterhin entstehen und wachsen. Vielfalt gemeinsam zu leben, fängt so im kleinen Kreis an und kann sich ausdehnen.
Für die Schülerschaft
Seit nunmehr drei Jahren wird bereits der sogenannte „Tag der Toleranz“ für die Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit zwischen Verbindungslehrkräften und Mitgliedern der SMV durchgeführt. Dabei tauschen sich die Schülergruppen interaktiv zu Problemen in Bezug auf Diskriminierung aus und lernen verschiedene Perspektiven und Lösungsansätze kennen.

Zudem gibt es seit dem Schuljahr 2023/2024 konkrete Ansprechpartner, die bei individuellen Problemen bzw. Diskriminierungserfahrungen eine erste Anlaufstelle darstellen. Diese Lehrkräfte schenken Gehör, wissen um weitere Hilfestellungen und können diese auch vermitteln.

Außerdem gibt es die Bestrebung, bestimmte schulische Rituale wie den ökumenischen Anfangsgottesdienst so zu ergänzen, dass sich alle Schülerinnen und Schüler über religiöse und weltanschauliche Grenzen hinweg angenommen und aufgehoben fühlen. In diesem Sinn gab es zu Beginn dieses Schuljahres eine Postkartenaktion für die fünften Klassen. Dazu wurden Postkarten individuell gestaltet, mit Wünschen für das kommende Schuljahr versehen und in der Aula zur Begrüßung des neuen Schuljahres aufgehängt. Ebenso entstehen im Unterricht bereichernde Beiträge, die die Vielfalt an unserer Schule auf verschiedenen Ebenen abbilden oder sich mit ihr auseinandersetzen; so ziert beispielsweise ein Kunstprojekt zu dem Thema Nationalitäten am EGG die Säulen unserer Aula.



Für die Lehrerschaft und das Personal am EGG
Für die Lehrerinnen und Lehrer des EGG fanden bereits einige Fortbildungsangebote statt, die gegenüber Rassismus und Diskriminierung aller Art sensibilisieren sollen.
Darüber hinaus gibt es ein regelmäßiges Angebot zum Treffen für alle interessierten Mitglieder des Personals am EGG, um für sich selbst einen toleranten Umgang mit der eigenen Verschiedenheit zu erfahren.
Für die Elternschaft
Eine Zusammenarbeit zu dem Thema „Vielfalt gemeinsam leben“ sowie ein Einsatz gegen Diskriminierung findet insofern bereist im Kleinen statt, als Eltern beim „Tag der Toleranz“ eingeladen sind, teilzunehmen, indem sie die Lehrkräfte bei der Aufsicht unterstützen. Zudem gibt es einen Austausch zwischen einzelnen Vertretern des Elternbeirats sowie dem Schulentwicklungsteam.